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Herausgeber: Druckerei F.X. Demetz und St. Ingberter Anzeiger Zeitungsverlag GmbH
Datum: Montag, 6. Februar 2012
Vom 3. – 6. Februar 2012 finden in der Kinowerkstatt St. Ingbert, Pfarrgasse 49, die 16. Französischen Filmtage statt. Die Schirmherrschaft hat wieder der Generalkonsul der Französischen Republik für das Saarland Philippe Cerf übernommen.
Die diesjährigen Französischen Filmtage stehen im Zeichen zweier großer französischer Filmschauspielerinnen: Catherine Deneuve und Isabelle Huppert.
Isabelle Huppert ist unter den französischen Schauspielerinnen das Chamäleon, ein Talent mit vielfältigen Facetten. Sie zählte zu den bevorzugten Darstellerinnen von Claude Chabrol, für den sie sieben Mal vor der Kamera stand, zuerst als “Violette Nozière”, später als Engelmacherin im besetzten Vichy-Frankreich in “Eine Frauensache” (beste Darstellerin Venedig 1988), als titelgebende “Madame Bovary” in der Flaubert-Verfilmung, als Mörderin in “Biester” (zusammen mit Sandrine Bonnaire beste Darstellerin in Venedig 1995 und César 1995) und als mörderische Hüterin eines Schweizer Kakao-Imperiums in “Süßes Gift” (beste Darstellerin in Montreal 2000). Aus der Hand ihres Lieblingsregisseurs nahm sie 2003 in San Sebastian den Preis für ihr Lebenswerk entgegen. 1991 wurde sie für ihre Rolle der “Malina” (von Werner Schroeter nach dem Roman von Ingeborg Bachmann) mit dem Bundesfilmpreis als beste Darstellerin ausgezeichnet. Einen großen Erfolg bei Kritikern und Publikum feierte sie mit dem Musical “8 Frauen”, in dem sie als Teil eines Ensembles französischer Kino-Göttinnen wie Cathérine Deneuve, Fanny Ardant und Emmanuelle Béart zu sehen ist.
Das Filmfest Braunschweig ehrte Huppert im November 2011 mit dem Hauptpreis “Die Europa” für ihre herausragenden darstellerischen Leistungen und Verdienste um die europäische Filmkultur.
Bei der Preisverleihung sagte Huppert, sie habe großes Vertrauen, dass auch im Zeitalter der modernen Medien die Magie des Kinos und der großen Leinwände erhalten bleibe. Gerade in Zeiten der Krise könne das Kulturgut Film “Zufriedenheit stiften und zur Reflexion anregen”.
Catherine Deneuve, die Grand Dame des Cinéma, zählt als Schauspielerin zur Elite des französischen Films. Bereits mit 13 Jahren stand sie vor der Kamera, ehe sie durch Roger Vadim zum Star avancierte. Ihren internationalen Durchbruch feierte Catherine Deneuve mit dem Roman Polanski-Thriller “Ekel” aus dem Jahr 1964. Als elegante, feminine, schöne und erotische Erscheinung verkörperte sie in unterschiedlichsten Themen, zumeist im Widerspruch zu ihrer Gestalt, die einfache Frau mit existenziellen Ansprüchen. So wurde Catherine Deneuve 1991 für ihre darstellerische Leistung in “Indochine” für den “Oscar” nominiert.
Eröffnet werden die 16. französischen Filmtage am Freitag, den 3. Februar, um 19:30 Uhr mit der spritzigen Sozalkomödie “Potiche” (Das Schmuckstück) von François Ozon, Vorlage (Theaterstück): Pierre Barillet, Jean-Pierre Grédy, mit Catherine Deneuve, Gérard Depardieu, Fabrice Luchini, Jérémie Renier, Karin Viard.
Man schreibt das Jahr 1977: Madame Suzanne (CATHERINE DENEUVE), Gattin des Regenschirmfabrikanten Pujol (FABRICE LUCHINI), fühlt sich vernachlässigt. Sie vergleicht sich mit einer „Potiche“, einer Porzellanvase, die keinerlei Funktion hat und nur hübsch anzuschauen ist. Auch Pujol sieht in Suzanne lediglich ein dekoratives Schmuckstück.
Viel lieber vergnügt er sich mit seiner Geliebten oder im Nachtclub, beutet die Arbeiter in seiner Fabrik nach Kräften aus und fühlt sich ganz wie ein Grandseigneur. Doch das Spiel hat ein jähes Ende, als Pujol einen Herzanfall erleidet.
Suzanne übernimmt kurzerhand die Leitung der Fabrik, verordnet Wohlstand für alle und verbündet sich mit dem örtlichen Abgeordneten der kommunistischen Partei, Monsieur Babin (Gérard Depardieu). Und schon bricht die künstlich errichtete, wunderschöne Fassade zusammen. Zwar entpuppt sich Suzanne als die bessere Chefin, doch was Suzanne und ihr Sohn aus der Firma machen, darf nicht sein…
Im Anschluss an die Vorstellung lädt der Schirmherr des Festivals, der Generalkonsul der Französischen Republik für das Saarland, Philippe Cerf, zu einem Umtrunk ein.
Am Sonntag um 11 Uhr sind alle Freunde des französischen Films wieder zum traditionellen Filmfrühstück nach dem Film eingeladen.
Das Programm wurde zusammengestellt in Zusammenarbeit mit dem Romanistischen Institut der Universität des Saarlandes, dem Institut d’Études Françaises, Saarbrücken und dem Generalkonsulat der Französischen Republik im Saarland.
Die Filme und Termine:
“Indochine” (Samstag, 4. Februar, 18:00 Uhr)
“Un barrage contre le Pacifique” (Samstag, 4. Februar, 21 Uhr)
“Le Sauvage” (Sonntag, 5. Februar, 11:00 Uhr, Matinée mit anschließendem Frühstück)
“Die Spitzenklöpplerin” (Sonntag, 5. Februar, 18:00 Uhr)
“Eine Frauensache” (Sonntag, 5. Februar, 20:00 Uhr)
“8 Frauen” (Montag, 6. Februar, 18 Uhr)
Alle Filme sind in der französischen Originalfassung mit deutschen Untertiteln zu sehen.
Die Preise:
Festivalpass: 10 Euro
Film einzeln: 4 Euro
Mitglieder : 3 Euro
Frühststück : 4 Euro
Informationen zu allen Filmen auf www.kinowerkstatt.de
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